Report: Mobile Schadsoftware erreicht Millionenrekord


Die Anzahl mobiler Malware wächst exponentiell: 2011 waren es 100.000, heute haben wir mehr als eine Million bösartiger Programme für mobile Devices (Smartphones, Tablets) in unserer Datenbank.

 

Aus den anfänglichen Versuchen wurden zwischenzeitlich gezielte Attacken. Professionell agierende Täter-Netzwerke haben es auf Daten und Geld der Anwender abgesehen.


PC-Malware-Autoren starteten in der Garage, Autoren von mobiler Malware im Büro


Mobile Malware durchläuft eine ähnliche Entwicklung wie es vor Jahren bei PC-Malware der Fall war. Jedoch gibt es zwei grundlegende Unterschiede: Zum einen wurde PC-Schadsoftware zunächst von Hobby-Hackern entwickelt und hat sich erst in den vergangenen zehn Jahren in ein lukratives Geschäft verwandelt. Im Gegensatz dazu war das Entwickeln mobiler Schadsoftware von Anfang an ein Geschäft mit rein finanziellen Motiven.


Auf Smartphones und Tablets lassen sich bedeutend sensiblere Angriffspunkte als auf einem PC finden – Unmengen an persönlichen Daten und Finanz-Informationen. Mobile Schadprogramme sind daher knallhart auf Monetarisierung ausgerichtet. Selbst die allerersten Exemplare hatten das Ziel, ihr Opfer um Geld zu erleichtern. Zum anderen entwickelt sich mobile Malware trotz ihres jungen Alters entscheidend schneller als PC-Malware in ihren ersten Jahren.


Es gibt etliche Einfallstore für mobile Schadprogramme. Neben schadhaften Apps, die in App-Stores für den Nutzer zum Download bereit stehen und Werbeanzeigen, die das Opfer auf gefährliche Seiten leiten, nutzen Malware-Schreiber auch Bugs in mobilen Betriebssystemen oder beliebten Apps aus. 


Auch Sicherheitslücken in Bezahlmethoden von Telekommunikationsanbietern machen sich Cyberkriminelle zu Nutze. 2013 war zwischen 60 und 70 Prozent der Schadsoftware darauf ausgerichtet, Premium-SMS hinter dem Rücken des Nutzers zu versenden.


Die nächste Generation mobiler Schadsoftware


Google hat jetzt mehr als 1 Milliarde Android-Nutzer – die Anzahl der von Schadsoftware betroffenen Nutzer kann nur steigen. Ausgefeiltere Malware wie Ransomware oder Spyware taucht zunehmend auf und gewinnt immer häufiger Kontrolle über Smartphones und Tablets. Zunächst nur auf PCs bekannt, hat Cryptolocker-ähnliche Ransomware kürzlich erstmals Android-Nutzer angegriffen. Eine betrügerische Nachricht drohte dem Smartphone-Besitzer, sämtliche Dateien verschlüsselt zu halten, sollte dieser kein Lösegeld zahlen.


Mit neuen Technologien finden Cyberkriminelle neue Wege, um diese auszunutzen. Wir erwarten, dass mit der zunehmenden Nutzung der Near Field Payment (NFC)-Technologie Hacker auch ihre Strategien anpassen, um an Geld zu kommen.


Der Nutzer braucht ein besseres Bewusstsein für den Wert der persönlichen Daten, die sein Smartphone enthält


Um mobile Geräte sicherer zu machen, müssen wir kollektiv zusammenarbeiten: Die Sicherheitsbranche, Telekommunikationsanbieter, App-Stores und Verbraucher. Bei AVAST verfeinern wir stetig unsere Taktiken, um mobile Malware zu erkennen und abzufangen, um unsere Nutzer mit unseren kostenfreien und Premium-Lösungen zu schützen. Auch könnten strengere App-Store-Regeln bei Google Play und anderen Stores helfen, einige Malware-Arten zu eliminieren.


Letzen Endes müssen Nutzer eigene Verantwortung übernehmen und die Geräte und Daten mit Sicherheitslösungen schützen. Smartphones und Tablets enthalten persönliche Schätze – in Form von persönlichen Informationen über Freunde und Familie sowie Kontakt- oder Finanzdaten. Diese Daten sind nicht nur extrem wertvoll für den Besitzer, sondern auch für Online-Betrüger. Nutzer sollten daher sein Smartphone und Tablet auf gleiche Weise schützen wie den PC, wo die Mehrzahl schon längst Sicherheitssoftware installiert hat.